Wandertage Schwäbsche Alb 19.-22.6.2014

Vier Wandertage mit dem Schwarzwaldverein Emmendingen auf der Westlichen und Mittleren Schwäbischen Alb und in Tübingen und Umgebung vom 19. bis 22. Juni 2014

 

1.Tag, 19. Juni 2014

 

Am 19. Juni (Fronleichnam) Abfahrt um 7 Uhr in Emmendingen. Firma Rother fährt 27 Wanderer zunächst über den Schwarzwald in die Nähe von Gosheim (Spaichingen). Ratold Moriell ist Organisator und Wanderführer. Das Wetter ist an allen Tagen sonnig, kein Regen, nicht schwül, angenehm windig, also ideal. Nur am ersten Tag ist es etwas diesig und damit gibt es keine gute Fernsicht. Beeindruckt sind wir von der Blumenpracht auf den riesigen Wiesen, den Wegen entlang des Albtraufs, den steilen Felswänden und der weiten Aussicht, die die Zeugenberge bieten.

 

Kurz nach 10 Uhr brechen wir vom Parkplatz des Dreifaltigkeitsbergs (985 m) auf zur ersten Wanderung. In die Kirche können wir nur kurz hineinschauen, weil gerade Fronleichnamsmesse ist. (die ersten 3 Fotos)

 

Die Wege sind durchwegs gut markiert, haben schöne Symbole. ( Fotos 4, 5)

 

Eine abwechslungsreiche Strecke führt uns zur Mittagspause zum Klippeneck (980 m), danach etwas ansteigend zum ersten 1000er unserer Wandertage, dem Hummelsberg (1002 m). (Foto 6) Beeindruckt sind wir von der Blumenpracht auf den riesigen Wiesen, den Wegen entlang des Albtraufs, den steilen Felswänden und der weiten Aussicht, die die Zeugenberge bieten. ( Foto 7 , Foto 8 ist das rote Waldvögelein, 9 ist gelber Enzian, 10 ein Schäfer mit Glockenblumen ).Dann geht es abwärts zur kleinen St. Quirinus-Kapelle. (Foto 11, 12)

 

Von dort fährt uns der Bus zum Parkplatz Lemberg . (Foto der Landkarte Nr. 13) Nach kurzem, aber steilem Aufstieg erreichen wir den Lemberg (1015 m ). (Foto 14, 15, 16) Leider ist die Fernsicht vom Aussichtsturm diesig. Unterwegs zum nächsten 1000er, dem Hochberg, laufen wir über eine schwankende Hängebrücke. (Foto17, 18, 19)

 

Danach fährt uns unser Bus von Deilingen aus um 14:30 zum Zementwerk Holcim in Dotternhausen, wo wir eine sehr interessante Führung durch das Fossilienmuseum erleben. Die Oelschieferwand ist dort ein Teil des Gebäudes. (Foto 20, 21, 22)

 

Um 16 Uhr erreichen wir unser Hotel, das Café Baier in Schömberg. (Foto 23)

 

Bei der anschließenden Stadtführung und dem Besuch des Narrenmuseums erfahren wir von unserem Führer Robert, einem Freund von Ratold Moriell, viel Neues über Schömberg. Der Ort ist eine Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Fransennarren und Fuchswadel bestimmen als Hauptfiguren das Bild, vor allem beim „Bolones“, einem traditionellen Narrentanz. Unablässig „jucken“ (springen) die Narren dabei zum Narrenmarsch auf dem Marktplatz und lassen dabei ihre Schellen erklingen. (Foto 24, 25)

 

Beim Verlassen des Museums erleben wir eine schöne Überraschung, die die Gattin unseres Führers für uns vorbereitet hat. (Foto 26)

 

Nach dieser Vorspeise geht es zum Abendessen in die Pizzeria Bajazzo. (Foto 28)

2. Tag, 20.06.2014

 

Nach einem frühen aber guten Frühstück ( wir wohnen über einer Bäckerei) fahren wir zum Parkplatz Plettenberg.

Seit 1908 wird auf dem Plettenberg Kalkstein zur Zementproduktion gewonnen. Das Zementwerk Holcim betreibt diesen Steinbruch auch heute noch für die Zementproduktion. Täglich 3000 Tonnen Kalkstein aus dem anstehenden Weißen Jura werden hier aus dem Berg gesprengt, zerkleinert und mit der 2,3 Kilometer langen Materialseilbahn Dotternhausen–Plettenberg abtransportiert. ( Foto 1, 2, 3 )

 

Nach der Rast auf dem Plettenberg (1002 m) ( Foto 4 und 5) wandern wir weiter entlang des Albtraufs leicht bergab mit Blick auf blühende Wiesen oder weit ins Land hinaus. Unseren Bus treffen wir am Lochenpass. Von da geht es wieder bergauf zum Hörnle (956 m), das in scheinbar großer Entfernung schon zu sehen ist.(Foto 6) Der Weg ist aber gar nicht so weit, aber leider können wir uns am Ziel nicht an einer Aussicht oder längeren Rast erfreuen, weil plötzlich eine Nebelwand aufzieht. ( Foto 7 und 8 ) Unterwegs wechseln sich Wacholderweide und Klappertopfzonen ab. Besondere Freude haben wir am gefleckten Knabenkraut (Foto 9), am Blutstropfen-Widderchen auf einer Wiesen-Witwenblume (Foto 10) und an vielen gelben Enzianen (Foto 11). Auf dem Weg zum Sportplatz Tieringen kommen wir an einer Europäischen Wasserscheide vorbei, Ratold erklärt die Wege von Neckar, Donau und Rhein (Foto 12, 13). Von Tieringen fahren wir 30 Minuten zum Nägelehaus am Raichberg. Dort teilt sich erstmals unsere Gruppe. (Foto 14) Unser nächstes Ziel ist die Burg Hohenzollern. Die Wanderer müssen dazu 400 Höhenmeter ins Tal absteigen und dann wieder 200 m hochsteigen. Die Busgruppe darf gemütlich zum Parkplatz unterhalb der Burg fahren und muss dann nur 20 Minuten hochlaufen. Für die Wandergruppe ist die Strecke etwas anstrengender, vor allem das Absteigen, aber Ausblicke, Felsen und die tiefe Erdspalte am Hangenden Stein entschädigen für die Mühe. (Fotos 15, 16, 17,18,19,20)

 

Auf der Burg erleben wir eine interessante Führung zur Geschichte der Hohenzollern, (Foto 21, 22, 23) haben noch etwas Zeit zum Schauen und beenden den 2. Wandertag mit der Heimfahrt um 18 Uhr.

 

 

Alles in allem sind wir heute 22 km gelaufen und haben uns das Abendessen reichlich verdient. (Foto 24) 

3. Tag , 21.6.

 

Um 8 Uhr brechen wir wieder auf, es geht über Hechingen nach Beuren.

 

Ein steiler Aufstieg, aber ein schöner schattiger Waldweg führt uns hoch zum Dreifürstenstein(854m). Wieder entlang eines Albtraufs wandern wir zum Hirschkopf und entdecken da von oben den Bergrutsch von Mössingen. Dort ereignete sich am 12. April 1983 nach anhaltenden Regenfällen der größte Bergrutsch in Baden-Württemberg . Dies ist durch die Lage der unterschiedlichen Gesteine bedingt. Harte Kalke lagern hier plastischen Mergeln und Tonen auf. Außerdem wird dort durch natürliche Erosion fortwährend Gesteinsmaterial weg befördert, so dass es zwangsläufig über kurz oder lang zu solchen Abrutschungen kommen muss. Am 12. Mai 2006 wurde dieses Gebiet in die Liste der nationalen Geotope aufgenommen. (Foto 1 bis 9)

 

Unser Bus bringt uns vom Parkplatz unterhalb des Bergrutschgebiets zum Kornbühl und wartet dort auf uns, während wir eine kleine Wanderung zur Salmendinger Kapelle unternehmen. Der Rundblick von diesem Zeugenberg ist beeindruckend. (Foto 10 bis 15)

 

Anschließend fahren wir zum Schloss Lichtenstein, lassen uns von der exponierten Lage faszinieren und erleben eine außergewöhnlich gute längere Schlossführung. Graf Wilhelm von Württemberg ließ sich durch den Roman „Lichtenstein“ zum Bau einer deutschen Ritterburg im Stil des Mittelalters auf den alten Ruinen anregen. Der Neubau (1840-1842) bezog die Mauern der alten Burg bis zum zweiten Stockwerk mit ein. (Foto 16, 17)

 

Nach einer Mittagspause wandern wir von dort über den Gießstein mit kleineren Steigungen und Abstiegen und wieder schönen Fernblicken zur Nebelhöhle. Wir entdecken auch einen besonders schönen Türkenbund. (Foto 18, 19, 20)

 

In der Nebelhöhle erfahren wir sehr viel über deren Entdeckungsgeschichte und über den württembergischen Herzog Ulrich, dem der Dichter Wilhelm Hauff 1826 in seinem Roman „Lichtenstein“ ein Denkmal gesetzt hat. (Foto 21, 22, 23). Wir sind nach der langen Zeit in der Höhle froh wieder ans wärmende Tageslicht zu kommen. Die beiden interessanten Besichtigungen haben aber unseren Zeitplan so verändert, dass die letzte Wanderung nicht mehr stattfinden kann. Wir lassen uns stattdessen gerne von unserem Busfahrer nach Schömberg zurückbringen.

 

 

Nach dem Abendessen suchen wir uns Plätze in und vor einem Lokal, um das Fußballspiel zwischen Deutschland und Algerien sehen zu können. ( 2 : 2 )

 

4. Tag , 22. Juni

 

Nachdem Manfred Nopper unser Gepäck sachgemäß verstaut hat, geht es um 8:30 Uhr los zu den Unternehmungen des leider letzten Tages (Foto 1).Wir fahren in Richtung Tübingen, wo wir als erstes zur Wurmlinger Kapelle hochsteigen. Der schwäbische Dichter Ludwig Uhland hat sie in einem Gedicht verewigt ( Foto 2 bis 6 ). Von ihr ausführt auch der Uhlandweg an den südwestlichen Rand von Tübingen. Am Ende des bequemen Waldwegs werden wir um 11:30 Uhr schon von Eugen, einem weiteren Studienfreund Ratold Moriells , zur Stadtführung erwartet. ( Foto 7 ) Mit seiner Hilfe finden wir den passenden Busparkplatz und haben dann die Gelegenheit bis um 14:30 die Stadt Tübingen mit ihm zu durchwandern. Am Neckar genießen wir das Panorama, machen aber auch eine Mittagsrast in einem schattigen Biergarten direkt am Fluss. ( Foto 9 bis 13 ) Foto 9 ist das Uhlanddenkmal.

 

Später erholen wir uns bei einem Bummel durch den oberhalb der Stadt gelegenen Botanischen Garten. Dort können wir z.B. auch etwas über die Schwäbische Alb nachlesen ( Foto 14, 15 ) oder einfach das Froschkonzert genießen.(Foto16,17.)

 

Zum Kloster Bebenhausen, nördlich von Tübingen, bringt uns um 16 Uhr der Bus. In der Klosteranlage könnte man lange verweilen. (Foto 18, 19, 20, 21 ). In der evangelischen Klosterkirche gibt es dort z.B. eine ganz besondere Kanzel aus der Renaissance, die von einem Ritter gestützt wird. ( Foto 22 )

 

Das nahe gelegene Gasthaus erwartet uns um 17 Uhr zur Einkehr. Wir genießen es, zum Abschluss nochmals alle zusammen zu sitzen und bedanken uns vor unserer Heimfahrt bei Ratold und Dorothea Moriell für die perfekte Organisation und Gestaltung der vier sehr schönen Wandertage.

(Foto 23,24,25)