03.12.2016 Auf nach Straßburg mit Wieland

Straßburg – einmal anders


Herr Klaus Gras

 

 

Kalt, neblig und zugig, so präsentierte sich der Samstagmorgen am Bahnhof der 38-köpfigen Gruppe des Schwarzwaldvereins Emmendingen. Keine guten Aussichten für die Fahrt nach Straßburg, um dort eine Besichtigung der Stadt vorzunehmen.

Beim Umstieg in Offenburg schien bereits die Sonne und als in Kehl der Stadtbegleiter vom Touristikbüro Kehl, Herr Klaus Gras, zustieg, ahnte wohl keiner, was für eine Koryphäe für die Stadtbesichtigung in Straßburg wir bekommen würden.

 

 

Nach dem Anlegen der Head-Sets im Hauptbahnhof Straßburg ging es los, auf eine fast vierstündige Besichtigungstour. Mit der Tram fuhr man in das Wilhelminische Viertel zur Villa des Künstlers Tomi Ungerer, die man von außen besichtigte. Weiter zum Europaviertel und der Villa Kayser.

Heinrich Ludwig Kayser hat im Jahre 1877 die Straßburger Neuesten Nachrichten (heute Dernières Nouvelles d’Alsace) gegründet. Beim Besuch der Villa (jetzt ein Informations-Zentrum für die EU) erklärte Herr Gras in einem erstaunlichen Referat den Teilnehmern die Bedeutung der EU.

Sein Fazit: „Bringen sie mal bei einer größeren Familie das Weihnachtsessen gut unter einen Hut?“

Von hier war der Ausgangspunkt mit Außenbesichtigungen und Erklärungen aller EU-Gebäude – EU-Parlament, EU-Gerichtshof, Europarat.

Mit der Tram ging es zurück in das Wilhelminische Viertel, wo die Nationalbibliothek (kleine Variante des Berliner Reichstages, einschließlich Kuppel) von innen besichtigt wurde. Durch den wunderschönen Park mit seinen 4 Ginkgobäumen (ein Geschenk des chinesischen Kaisers an Kaiser Wilhelm I), ging es zum Kaiserpalast, heute Sitz der Rheinschifffahrtskommission. Im Park zitierte Herr Gras sehr eindrucksvoll das Gedicht, verfasst 1815, von Johann Wolfgang von Goethe: „Ginkgo Biloba“.

Der Janusbrunnen (Symbol der Elsässer Zerrissenheit zwischen Deutschland und Frankreich) von Tomi Ungerer wurde ausgiebig erklärt und dann ging es mit der Tram ins Klein Frankreich (La Petite France). Vorbei am Kunstmuseum zur Dachterrasse auf der gedeckten Brücke, mit einem herrlichen Blick auf die Ill und Münster. Die Sonne lachte von einem tiefblauen Himmel herunter, was den Anblick auf die Altstadt noch verstärkte. Durch die winkligen Gassen dieses Viertels wurde der Müllerplatz erreicht, wo die Führung offiziell beendet wurde.

Der Empfehlung von Herrn Gras folgend, kehrte der größte Teil der Gruppe im Restaurant Hirschen ein, wo man den „Bürgermeistersaal“ zur Verfügung gestellt bekam.

Der andere Teil der Gruppe, schaute sich noch ein wenig auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg und im Straßburger Münster um, ehe es wieder zum Bahnhof ging.

Im EU- und Wilhelmischen Viertel war von den Sicherheitsauflagen nicht viel zu sehen, doch am Bahnhof und im Innenstadtbereich war die Polizei und das Militär höchst präsent. Auf dem Rundgang durch die Innenstadt mussten an 3 Kontrollstellen die Rucksäcke und Taschen geöffnet werden. Bei der Rückfahrt, man konnte nur außerhalb der Innenstadt einsteigen, fuhr die Tram ohne Halt bis zum Bahnhof.

Der Schwarzwaldverein Emmendingen bedankt sich noch einmal recht herzlich bei Herrn Klaus Gras für die hervorragende Stadtführung. Straßburg wurde der Gruppe aus einer ganz andern Sicht erklärt und erläutert.

Glücklich und zufrieden erreichte man Emmendingen, um dann noch den großartigen, heimischen Adventsmarkt zu besuchen.

                                                                              Text von Wieland, Bilder von Dagmar und Erika