10.9.2017 Sonntag - 17.9.2017 Sonntag
Wanderwoche am Ossiacher See/Kärnten

Zur diesjährigen Wanderwoche in Kärnten, mit Stammquartier im Seehotel Hoffmann in Steindorf am Ossiacher See, machte sich eine 50-köpfige Wandergruppe des Schwarzwaldvereins Emmendingen, am 10.9.2017 unter der Leitung  von Vereinschef Wieland Valasek mit einem Bus auf die rund 700 km lange Reise.

Die Reiseroute Bodensee, München, Salzburg und die Tauernautobahn erreichten  die Wanderfreunde das leider verregnete Ziel. Die angedachte Zielankunft mit einer Bootsfahrt auf dem Ossiacher See, fiel buchstäblich ins Wasser.

Nach der  herzlichen Begrüßung durch Hotelchefin, Eva Hoffmann und  ihrer kurzen Einführung in die Umgebung, wurden die Quartiere bezogen.

2. Tag

 

Das Wetter am Montag war  noch  Regen verhangen. Es musste das Programm  umgekrempelt werden und so stand eine Besichtigung der OBIR-Tropfsteinhöhlen in Bad Eisenkappel auf dem Programm.

 

Über St.Veit a.d. Glan und vorbei an der prächtigen Burg Hochosterwitz wurde Völkermarkt und dann Bad Eisenkappel erreicht. Hier hieß es umsteigen in den Postbus, der die Gruppe zu den OBIR-Tropfsteinhöhlen in ca. 1.100 m Höhe brachte.

 

Ausgerüstet mit Helmen, wurde der Gruppe zunächst in einem Film die Örtlichkeit erklärt, um dann anschließend diese einzigartigen Formationen aus Erzabbau und Tropfsteinhöhlen zu begehen. Über zahlreiche Treppen, Leitern und schmale Stiege, untermalt mit Musik und Lichteffekten erreichten die Höhlenforscherinnen und forscher nach  etwa 1 ½ Stunden wieder das Tageslicht.

Die Rückfahrt erfolgte über das Rosental, direkt an der slowenischen Grenze. Die Ortstafeln weisen die Gäste auf deutsch und slowenisch auf ihre Reiseziele hin. .

Ein Abstecher an den Faaker See führte der Gruppe vor Augen, das am Tage zuvor hier das jährliche, eine Woche dauernde Harley-Davidson- Festival mit 120.000  Motorradenthusiasten und 20.000 aktiven Bikern zu Ende gegangen war.

3. Tag

 

Auch der Dienstag war noch verregnet und so musste der Tag erneut in Kultur umgeschrieben werden. Da uns der Bus zur Verfügung stand, konnten wir das ca. 35 km entfernte Klagenfurt ansteuern um hier die Stadt zu erkunden.

Nachdem wir beim Künstlerhaus den Bus parken konnten, steuerten wir zunächst das Touristikbüro an, um uns mit Stadtplänen zu versorgen. Beim Alten Platz gönnte man sich zunächst einen Kaffee in der Hoffnung auf besseres Wetter, leider weit gefehlt. Es goss nach wie vor in Strömen. Beim Künstlerhaus traf dann die Stadtführerin ein und wir beschlossen, zunächst mit dem Bus eine Stadtrundfahrt zu veranstalten.

Alpen-Adria-Galerie, Stadttheater, das Landhaus Klagenfurt, die Stadthauptkirche St. Egid, der Neue Platz mit dem Lindwurm und dem Maria Theresia Denkmal und der Dom, wurde bei dieser Stadtrundfahrt in Augenschein genommen. Nach der Rückkehr an das Künstlerhaus ging es per pedes weiter, wobei die Regenschirme große Arbeit leisten mussten.

Nachdem wir das Landhaus Klagenfurt (im Übrigen Sitz des Kärntner Landtages) bereits bei der Busfahrt gesehen hatten, stand jetzt die Besichtigung an und hier besonders der sogenannte Wappensaal. Das Landhaus in Klagenfurt entspricht in seiner Gesamtkonzeption dem Kunstwollen des 16. Jahrhunderts und beeindruckt durch seine renaissancezeitliche Architektur.

Im großen Wappensaal geben die Wandfresken mit historischen Darstellungen, das Deckenfresko und die über 665 Wappen eindrucksvoll Zeugnis von der Macht und dem Einfluss der Kärntner Landstände. Nach dieser beeindruckenden Besichtigung mussten wir leider wieder in den Regen hinaus, um die bereits gesehenen, großartigen Sehenswürdigkeit aus der Nähe zu betrachten.

Der Neue Platz und der Dom zeugen von der Wichtigkeit von Klagenfurt in seiner langen Geschichte.

Trotz des total verregneten Tages waren die gewonnenen Eindrücke ganz hervorragend und alle hofften auf einen besseren nächsten Tag.

4. Tag

 

Die Sonne wagte sich heraus. Das lang ersehnte Wanderfieber   griff um sich. . Über Feldkirchen und Bad Kleinkirchheim erreichte man den Ortsteil St. Oswald mit seinen Bergbahnen, die die Gruppe auf die Brunnachalm in 1.908 m Höhe hinaufbeförderte.

Vereint wanderte die Gruppe zur Roten Burg (2.150 m). Die vergangenen Tage hatten hier ihre Spuren hinterlassen, es waren ca. 10 bis 15  Zentimeter Schnee gefallen.

Genusswanderer und stärkere Wanderer trennten sich hier. Die Genusswanderer schlugen nun den direkten Weg zur Bockhütte ein, während die  anderen Wanderer zunächst zum Oswalder Socksattel wanderten, dort  war eine richtige Schneeballschlacht angesagt.  Danach ging es über ein steiles, steiniges Latschenfeld Richtung Pfannnock. An einem Abzweig wurde die Richtung zum Oswalder Bock gewählt, um dann auch die Bockhütte zu erreichen, wo die Genusswanderer bereits warteten. Nach einer ausgiebigen Rast wurde dann in einer ¾ Stunde die Bergstation wieder erreicht, wo man das prächtige Panorama der Julischen Alpen und die Karawanken genießen konnte.

Die Rückfahrt über Radenthein, Feld am See, Afritz am See führte nun nach St. Andrae im Ossiacher See, wo nun die ausgefallene Seefahrt nachgeholt wurde. Zur großen Überraschung steuerte das Schiff das hoteleigene Gestade an, um hier landungsmäßig, mit hochgeklappten Bug die Gruppe wieder an Land zu setzen.

Der Abend klang zünftig mit der Musik eines Oberkrainer Duos in der Hotelbar aus.

5. Tag

 

Die beiden Wanderführer Horst und Ferdl hatten heute das Nockalmgebiet als Wanderziel auserkoren.

Über Feldkirchen und Reichenau wurde die Mautstation der Nockalmstraße erreicht. Diese 35 Kilometer lange mautpflichtige Panoramastraße mit ihren 52 zum Teil spektakulären Kehren waren für unseren Busfahrer Hans eine große Herausforderung, die er jedoch bravourös meisterte.

Zunächst erreichte man die Schiestelscharte (2.015 m NN), um dann wieder bis auf 1.500 m herunter zu fahren und erneut an Höhe zu gewinnen, bis die Eisentalhöhe (2.049 m) erreicht war.

Als wir den Bus verließen, wehte uns ein heftiger Wind um die Nase.

Die sportlichen Wanderer machten sich mit Wanderführer Horst auf den Weg zum großen Königstuhl (2.350 m). Leider war diese Wanderung nicht von Erfolg gekrönt. Der Wind  wurde so heftig das es schon einige leicht gewichtigen Wanderer zur Seite schob, ab 2.200 m  Höhe  lag  zusätzlich  eine nicht ungefährliche  Nebelsuppe. So musste die Tour leider vorzeitig abgebrochen werden. Die Genusswanderer mit Wanderführer Ferdl ließen sich jedoch nicht vom Wind verdrießen und erwanderten die Eisentaler Höhe (2.180m) und dann ging es zum Friesenhalssee. Hier traf man dann auch die enttäuschten Sportwanderer auf ihrem Rückmarsch.

Der Wind nahm  an Heftigkeit weiter zu und nach einem kurzen Auf- und Abstieg wurde die Eisentalhöhe wieder erreicht und in der urigen Schutzhütte konnte  die Gruppe sich aufwärmen bis es weiter Richtung Innerkrems ging. Nach kurzer Fahrt stand dann noch ein weiterer Höhepunkt an:

 

Der Biosphärenpark Nockberge mit dem 3D Kino. Wunderschöne 20 Minuten über die Nockberge in den 4 Jahreszeiten mit den Spezialeffekten des 3D, verzückten die Besucher. Über Innerkrems, Gmünd/Kärnten erreichte man den  reizvoll gelegenen Millstätter See, um anschließend entlang dem Feldsee und Afritzer See wieder den Ossiacher See zu erreichen.

6. Tag

 

Heute war der Tag leider nicht mit Sonne gesegnet, aber es war trocken. Der ausgefallene erste Wandertag auf die Gerlitzen wurde nun nachgeholt. Mit dem Bus ging es auf die schmale Mautstraße bis zur Sepplhütte (1.380 m NN), wo die sportlichen Wanderer ausstiegen, um die Gerlitzen (1.909 m NN) in Angriff zu nehmen. Die Genusswanderer fuhren mit dem Bus weiter hinauf zum Gerlitzen Hotel (1.600 m NN). Über einen wunderschönen Panoramaweg erreichte die Gruppe den Asiatischen Steingarten. Dieses „Kraftfeld“ soll den Menschen Ausgeglichenheit und Innere Stärke vermitteln. Auf dem Gipfel, der im Winter eine Skiarena ist, traf man dann auch die sportlichen Wanderer, die sich Richtung Sepplhütte verabschiedeten. Die Genusswanderer wählten einen leichteren Weg durch den Tannenwald zur Sepplhütte. Hier war nun eine große Vespersause angesagt, die viel Freude und Spaß machte. Zum 100  Meter weiter wartenden Bus war es ein Katzensprung und dann ging es wieder ins Hotel zurück.

7. Tag

 

Da dieser Tag durch die Wetterprognose nicht als Wandertag vorgesehen war, wurde der Samstag wieder zum Kulturtag auserkoren. Mit Robert, dem Hotelchef als Kulturführer startete die Gruppe zunächst um den Dom von Gurk (Diözese Gurk-Klagenfurt) zu besichtigen. Kulturführer Robert erklärte auf der Reise der Gruppe die kulturellen, geografischen und politischen Gegebenheiten.

 

Der Dom, gestiftet von der Heiligen Hemma (Heilige von Kärnten), liegt inmitten eines abseits gelegenen Tales und ist ein Kleinod der besonderen Güte. Eine  beindruckende Führung mit abschließendem Likör im Klosterladen rundete diese erste Etappe ab. Weiter ging die Fahrt zum Kloster St. Georgen am Längsee.

Die bereits am 2. Tag erwähnte Burg Hochosterwitz ( angeblich schönste Burg Österreichs und nie erobert, geschweige eingenommen), war nun das Ziel dieses schönen, zum Teil nassen Tages. Über einen Serpentinenaufgang von 14 Toren (man spricht bei dem Türkenangriff auf Wien von 1683, auch von der Belagerung der Burg, seien die Türken nur bis zum dritten Tor gekommen) um die Burg ging es 180 m in die Höhe. Bei diesem Aufgang hatte man eine 360° Rundblick. Nachdem die Burg erreicht war, konnte die Gruppe im historischen Burgsaal unter den Augen der adligen Bilder- Porträts Einkehren. Die anschließende Burgführung erklärte noch einmal die Ausnahmestellung dieser historischen Burganlage. Der Abschluss eines kurzen Rundgangs in der alten Stadt, St. Veit an der Glan, bildete den Abschluss dieses  erlebnisreichen Tages, trotz aller  Launen des Wetters. 

8. Tag / Rückreise

 

Pünktlich startete die Wandergruppe am Sonntagmorgen um 8.00 h ihre Rückreise nach Emmendingen an.

Leider regnete es wie aus Kübeln und erst kurz vor der Grenze in Salzburg/Walserberg hörte es auf. Die Fahrt nach München war an einigen Stellen zäh, jedoch kam man gut voran.

Über die A 96 bis Lindau und weiter am Bodensee entlang erreichte die Wandergruppe wohlbehalten am Abend wieder Emmendingen.

Text:    Wieland Valasek 

Bilder: Erika Schröder; Günter Clermont; Wally Wehrle; Werner Wehlage; Wieland Valasek

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