29.09.2018 Elsass – Drei-Seen-Tour

 Lac Blanc – Lac Noir – Lac des Truites (Forellensee)

Am Samstag, den 29. September 2018 trafen sich zwanzig Wanderfreunde auf dem Festplatz zur Fahrt über Kaysersberg und Orbey-Pairis zum Lac Blanc. Von hier aus starteten wir unsere Rundwanderung, die uns an drei Eiszeitseen vorbei bis hoch auf den Vogesenhauptkamm führen würde.

Der Lac Blanc ist der größte der drei Seen, liegt 1052 m hoch und verdankt seinen Namen „Weißer See“ dem hellen Quarzsand auf dem Grund. Bei acht Grad Celsius und einem unangenehmen kalten Wind war manch skeptische Miene durchaus zu verstehen. Doch die bereits von der Sonne beschienene Felskulisse lenkte vom Frösteln ab und ließ uns frohgemut starten.

 

Wir wählten als Einstieg den Sentier Cornelius, der im Bogen um den 1272 m hohen Reisberg zum benachbarten Lac Noir führt. Er verläuft im Wald, wodurch wir schnell den Wind los waren. Der 950 m hoch gelegene See bildet mit dem höher gelegenen Lac Blanc ein Pumpspeicherkraftwerkspaar. Je nach Strombedarf wird Wasser mittels Turbinen zwischen den Seen ausgetauscht.

 

Nach einer kleinen Trinkpause wollten wir unseren Weg nach Plan fortsetzen, doch leider war der steil durch den Wald nach oben führende Pfad wegen Waldarbeiten gesperrt. Wohl oder übel entschieden wir uns für die ausgeschilderte Umleitung, nicht ahnend, dass dieser zeitliche Mehraufwand uns eine wunderschöne Landschaft bescheren würde. Inzwischen hatte sich der Wind gelegt und wir wanderten bei strahlendem Sonnenschein stetig bergan bis zum Wegepunkt „Altenkraeh“ in 1080 m Höhe. Dazwischen mussten wir immer wieder stehen bleiben, um einen Blick in die Runde auf die wunderschöne Umgebung zu werfen. Nun ging es auf gut begehbarem Weg  zum Lac du Forlet oder auch Lac de Truites. Beide Bezeichnungen gibt es, was ein wenig verwirrend ist. Der Blick auf den 1060 m hoch gelegene See mit seiner grün leuchtenden Wasseroberfläche vor der bizarren Felskulisse war ein Erlebnis.

Nach ausgiebigem Staunen und Fotografieren setzten wir den Weg fort in Richtung Auberge du Lac de Truites. Dort hatten wir eine größere Pause eingeplant, die jeder nach Wunsch im Gelände mit mitgebrachtem Vesper oder bei einer kurzen Einkehr verbringen konnte.

Nachdem wir uns gestärkt hatten, erwartete uns der steile Anstieg zum Vogesenhauptkamm. Durch offenes Gelände, das uns noch lange einen Blick auf den Lac ermöglichte, erreichten wir das 1302 m hoch gelegene Naturreservat Gazon du Faing. Nach dem anstrengenden Aufstieg wanderten wir über Hochweiden und Heideflächen auf der Kammlinie nach Norden. Mit einer letzten Pause im sommerlich warmen Gras verabschiedeten wir uns von der sonnenbeschienenen Hochfläche und begannen den schwierigen Abstieg durch den Wald über Geröll und Felsbrocken, bis wir müde aber glücklich an unserem Ausgangspunkt angelangten.

Na einer kleinen Erfrischung im nahe gelegenen Restaurant traten die einzelnen Gruppen die Heimreise an. Im Vergleich mit der Vorwanderung bei Regen und Nebel war dieser Tag wirklich ein Geschenk.

                                                                                             Text und Bilder: Erika Schröder