09.09. -16.09.2018 Wanderwoche im Raurisertal/Salzburger Land

1. Tag

Die diesjährige Wanderwoche des Schwarzwaldvereins Emmendingen e.V., organisiert vom

Vorsitzenden, Wieland H. Valasek, führte die 40-köpfige Wandergesellschaft ins Raurisertal, die „Perle der Hohen Tauern“. Über den Bodensee, München, Inzell, Zell am See, erreichte man das Raurisertal im Salzburgischen Pinzgau. Das Raurisertal wird im Westen von der Großglocknerhochalpenstraße und im Osten vom Gsteinertal flankiert.

Im 4-*-Hotel Rauriserhof bezog man das Wanderquartier, um anschließend noch in der Ortsmitte den Naturparkmarkt und den gleichzeitigen Almabtrieb zu besuchen.

Der Abend klang mit einem festlichen Bankettessen aus, das von unserem Wanderfreund, Anton Gokl musikalisch begleitet wurde.

2. Tag

Für den 1. Wandertag, bei strahlendem Sonnenschein, war eine gemeinsame Wanderung ins Seidnwinkltal angesagt. Mit dem Tälerbus ging es 16 km bis zur Palfneralm (1.330 m NN). Von hier starteten die Wanderer mit Wanderführer Hans Schlick über einen Schotterweg zum Tauernhaus (1.530 m). Das Tauernhaus, urkundlich seit dem 15. Jahrhundert eine Säumerstation, war der Ausgang der Gebirgsstrecke über das Hochtor der Hohen Tauern nach Süden bis ans Mittelmeer. Auf Saumpferden wurde Salz aus dem Salzburger Land nach Süden transportiert und zurück wurden Wein und Gewürze heimgebracht. Über den alten Saumpfad, entlang der gurgelnden und zischenden Seidlwinklache, führte der Wanderweg nun zur Litzlhofalm (1.727 m), wo Wanderführer Hans für uns schon Plätze reserviert hatte. Nach ordentlicher Vesper, verbunden mit viel Lachen, machte sich die Wandergruppe wieder auf den Rückweg. Im Tauernhaus konnte noch eine sogenannte „Schwarzküche“ besichtigt werden, wie sie bis in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts betrieben wurde. Bei der Palfneralm erlebte die Gruppe die Geburt eines kleinen Stieres. Mit dem Tälerbus ging es zurück ins Hotel.

3.Tag

Zu Wanderführer Armin Wanke, gesellte sich nun noch Wanderführerin Gerlinde Eidenhammer, ein Energiepaket ersten Ranges. Sie war für die stärkeren Wanderer zuständig.

Mit der Hochalmbahn ging es zur Bergstation (1.788 m) Die Genusswanderer wanderten zu Waldalmhütte und dann zur Mittelstation Heimalm und von dort wieder mit der Bergbahn zur Bergstation hinauf. Sieglinde hatte aber ein anderes Ziel ausgemacht. Unterhalb des Gratliftes (Skilift) ging es jetzt steil bergauf zum Reißrachkopf (2.210 m). Diese schweißtreibende Tour bescherte der Gruppe jedoch einen traumhaften 360°-Rundumblick und das bei Bilderbuchwetter. Über einen schmalen Grat, der einige Überwindung kostete, führte der Weg zur Schwarzwand (2.193 m). Von hier konnte man einen großartigen Blick ins Seidnwinkltal werfen, das ja gestern unser Ziel gewesen war. Über eine Schotterpiste (im Winter herrliche Skihänge) führte der Weg zurück zur Bergstation, wo nun die nächste Attraktion wartete. Greifvogelwart Juri aus der Slowakei, zeigte hier mit seinen Greifvögeln (Falken, Milan, Uhu, Adler) eine wunderbare Flugschau. Die Kabinenbahn brachte dann die Wanderer wieder ins Tal.

4.Tag

Wieder lachte die Sonne vom Himmel und der Tälerbus brachte die Gruppen ins Hüttwinkltal zum Talschluss Kolm-Saigurn auf den Parkplatz Lenzanger (1.550 m). Die Gruppe um Wanderführerin Gerlinde hatte zunächst den Wasserfallweg und die Lacheggklamm (1.777 m) gewählt, um den über eine Hängebrücke der tosenden Hüttwinklache zum Naturfreundehaus Kolm-Saigurn (1.596 m) zu gelangen. Hier befindet sich ein eindrucksvolles Heimatmuseum, das die Arbeit der Menschen in früherer Zeit dokumentiert. Auch ist hier der Ausgangspunkt der Seilbahn (nur für Bedienstete) auf die 1. Wetterstation der Welt, dem Sonnblick mit dem Zittelhaus (3.106 m).

Die Gruppe wanderte nun zur Gainschniggalm (1.787 m) und dann durch den Rauriser Urwald. Nach 5 Stunden und etlichen Höhenmetern gelangte man wieder zum Parkplatz Lenzanger.

Die Wanderer um Wanderführer Hans gingen zunächst zur Durchgangsalm /1.745 m), vorbei am Fiebingersee und dem Lehrweg durch den Rauriser Urwald nach Kolm-Saigurn, um von dort nach 4 Stunden auch den Parkplatz zu erreichen.

Der Rauriser Urwald ist ein Bergsturz, der nach der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren vom Berg abgebrochen ist. Uralte Fichten, Lärchen und Zirben säumen den Weg. Entlang des Lehrwegessind Informationstafeln aufgestellt, die die Tier- und Pflanzenwelt beschreiben. Besonders beeindruckend sind die ca. 80 verschiedenen großen und tiefen Moortümpel.

5.Tag

Für heute war Kultur angesagt. Mit dem Bus ging es nach Salzburg, wo uns die Stadtführerin Ramona Schneeweiss bereits erwartete. Mit ihrem profunden Wissen, gewürzt mit entsprechenden Anekdoten, brachte sie uns diese faszinierende Stadt näher. Der Weg unterhalb der Hohensalzburg,

vorbei am Justizpalast, der Judengasse zum Mozartplatz wurde immer wieder von ihr, einer gebürtigen Wienerin, in großartigen Wortgebilden erklärt. Nach überqueren der Staatsbrücke ging es zum Schloss Mirabell und seinen herrlichen Gärten. Beim Makartssteg (mit seinen unzähligen Liebesschlössern) wurde die Salzach erneut überquert, um jetzt in die Altstadt von Salzburg einzutauchen. Das Mozarthaus (Geburtshaus) war natürlich ein Magnet, den man sich nicht entgehen lassen wollte, ebenso der Dom. Nach 3-stündiger Exkursion endete die Stadtführung, die uns sehr viel über Salzburg erklärt hatte, jedoch auch einige Erschöpfungserscheinungen hervorgerufen hatte. Mit dem Bus ging es zurück und jetzt setzte der Regen ein, der für den Freitag vorhergesagt worden war.

6.Tag

Da der Wetterbericht nicht so gutes Wetter vorausgesagt hatte, war nun ein Tag zur freien Verfügung anberaumt. Einige Wanderer fuhren mit Bus und Bahn nach Mittersill ins Naturkundemuseum, andere nach Zell am See, um diesen in einer 13 km langen Wanderung zu umrunden. Eine Gruppe durchwanderte die Kitzlochklamm nach Taxenbach. Aber auch relaxen im schönen Hotel Rauriserhof mit Schwimmbad, Spabereich und Schönheitsfarm war angesagt.

Am Abend traf man sich wieder zum guten Nachtessen, was anschließend durch unseren Wanderkameraden Anton Gokl immer musikalisch mit seinem Akkordeon untermalt wurde.

7.Tag

Zunächst kam wieder der Tälerbus zum Einsatz, der die beiden Wandergruppen auf der Ostseite des Tales auf 1.200 m brachte. Die Gruppe um Gerlinde stieg durch den Lackwald bis zu Herrensteig (1.800 m) und dann über eine Querung der Bergmäder zur Karalm (1.420 m). Von hier ging es dann zurück zum Hotel. Dies war eine anspruchsvolle Wanderung von 5 Stunden mit 600 m Anstieg und 860 m Abstieg.

Die Gruppe um Wanderführer Hans ging zunächst zur Karalm, wo eine gemeinsame Rast eingelegt wurde und anschließend über das Gaisbachtal wieder zum Hotel. Diese Wanderung war mittelschwer und wurde mit einer 4-stündigen Gehzeit bewältigt.

Schweren Herzens mussten jedoch die Koffer gepackt werden, da die Heimreise am nächsten Tag anstand.

8.Tag

Nun war Abschied nehmen angesagt, denn um 9.00 Uhr startete der Bus in Richtung Heimat.

Über die gleiche Route führte die Reise zurück, doch auf der A8 von Siegsdorf nach München war leider „Stopp and Go“ angesagt. Nach München wurde es ruhiger, doch immer wieder kleine Staus waren unser Wegbegleiter. Im Höllental der nächste Stau, der unseren Busfahrer in Freiburg zu einer größeren Fahrerpause zwang, da die Lenkzeit am Anschlag war.

Mit 2 Stunden Verspätung erreichte die Wandergruppe des Schwarzwaldvereins Emmendingen jedoch glücklich, zufrieden und müde, aber mit tollen Erinnerungen Emmendingen.

Das Fazit dieser Reise:

 

Einfach genial. Ein tolles Hotel, Spitzenwetter, großartige Wanderführer/in, ein bezaubernder Ort und eine grandiose Landschaft, dazu ein ausgezeichnetes Busunternehmen, dass uns einen 5*-Bus zur Verfügung gestellt hat.

 

                                                                           Text:               Wieland H. Valasek

                                                                           Bilder:             Erika, Günter, Klaus, Wieland

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