13.10.2019 Kartoffelsalatwanderung 135.

Text: Bericht  Badische Zeitung vom 15.10.2019

Bilderbuchwetter herrschte bei der 135. Auflage der Kartoffelsalatwanderung auf dem 744 Meter hohen Hünersedel. Wieland H. Valasek, Vorsitzender der Emmendinger Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins, begrüßt vor der Ankele-Hütte die Teilnehmer.

Das Treffen funktioniert auch im 135. Jahr

 

Kartoffelsalatwanderung mit mehr als 250 Teilnehmern

 

FREIAMT. Die 135. Kartoffelsalatwanderung der Schwarzwaldvereine aus der Umgebung wurde am Sonntag zu einem Gipfeltreffen unter Bilderbuchbedingungen. Beinahe hatte es den Anschein, der 744 Meter hohe Hünersedelgipfel müsste kurzfristig wegen Überfüllung geschlossen werden. Nach Schätzung des Veranstalters war für 250 bis 300 Wanderfreunde der Freiämter Hausberg Wanderziel und Höhepunkt des Tages.

 

Vor Beginn der traditionellen Kundgebung stimmten die Volksweisen der Bauernkapelle Ottoschwanden unter der Leitung von Andreas Bühler die Gäste ein. An der Theke der Ankele-Hütte hatten die Helferinnen vom Schwarzwaldverein Emmendingen alle Hände voll zu tun

 

Die Vorsitzenden der beiden Gastgeber-Ortsgruppen aus Emmendingen, Wieland H. Valasek und Lahr, Andreas Kaufmann, waren über die überwältigende Resonanz auf die Kultveranstaltung höchst zufrieden. Der morgendliche Sonnenschein ermunterte zudem ungewöhnlich viele Ausflügler ohne Mitgliedschaft in einem der Schwarzwaldvereine, den Hünersedel zu besuchen. In vielen Hütten und Gasthäusern in der Umgebung wurde an diesem Tag Kartoffelsalat und Schäufele angeboten.

 

Auf due Grußworte der Freiämter Bürgermeisterin Hannelore Reinbold-Mench folgten die Grußadressen der Bundestagsabgeordneten Weiß und Fechner sowie des Landtagsab-geordnete Schoch. Verzichtet wurde in diesem Jahr darauf, die Gründungsgeschichte zu verlesen. Hier die Kurzfassung: Im Jahre 1883 wurde von den Wanderfreunden Ernst Vogtenberger und Julius Ankele im Gasthaus Sonne in Freiamt die Idee geboren, sich jedes Jahr bei Schäufele und Kartoffelsalat auf dem Hünersedel zu treffen. Es hat bis heute funktioniert.

 

Wieland H. Valasek, der Vorsitzende der Ortsgruppe Emmendingen erinnerte an die siebenwöchige Ausstellung „Julius Ankele und der Schwarzwaldverein“ im Emmendinger Rathaus sowie dessen 175. Geburtstag mit einem Besuch von den Nachfahren in Emmendingen. Valasek berichtet ebenfalls, dass im zurückliegen Jahr eine aufwändige Reparatur der Ankele-Hütte notwendig gewesen sei, da die Hütte bei Sturmtief Burglind stark beschädigt worden war. Andreas Kaufmann, Vorsitzender der Lahrer Ortsgruppe, war mit seiner sechsjährigen Tochter Olivia zum Gipfeltreffen gekommen. Die Ortsgruppe Lahr bewirtete in der Lahrer Hütte eine große Schar hungriger Wanderer.

 

Monika Distler, Vorsitzende des Bezirks Elztal-Nördlicher Breisgau, wies darauf hin, wie umfangreich die Leitlinien des Schwarzwaldvereins zum Umwelt- und Klimaschutz sein. „Der Konsum regionaler Produkte und eine umweltfreundliche Freizeitgestaltung und eine Landnutzung die große Artenvielfalt gewährleistet, sind wichtige Schritte auf diesem Weg“.

 

Rund 21 Kilometer Fußmarsch legten acht Emmendinger Wanderer unter der Leitung von Reinhard Kleißler zurück. Um 6.30 Uhr ging es von Emmendingen auf die 16,5 km lange Strecke auf den Hünersedel. Anschließend waren nochmals fünf Kilometer zu Fuß ins Brettental zu bewältigen. Andere Gruppen machten es sich durchaus etwas bequemer.

Fritz Schuler von der Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Herbolzheim-Ettenheim hielt als ältester Teilnehmer mit 90 Jahren noch sehr gut mit.

 

 

Dieter Erggelet

 

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